KI Neuigkeiten
05 Jan. 2026
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KI für Kanzleien selbst entwickeln: Wie Sie Tools bauen
KI für Kanzleien selbst entwickeln spart Kosten, passt Prozesse präzise an und hält Wissen intern.
KI für Kanzleien selbst entwickeln: Build oder Buy neu denken
Viele Gründe sprachen lange fürs Kaufen: Wartung, Sicherheit, Support, Skalierung. Tso sieht die Lage kippen. Große Sprachmodelle erzeugen inzwischen viel „First-Draft“-Code, Coding-Agents helfen bei Qualität und Struktur. Wer KI für Kanzleien selbst entwickeln will, profitiert von sinkenden Entwicklungskosten und schnellerem Iterieren direkt am Arbeitsprozess. Tso beschreibt einen Trend zu „Just-in-Time“-Software: kleine Tools für konkrete Engpässe, die mit dem Workflow kommen und gehen. Das reduziert dauerhafte Wartung. Auch die Skalierung ist oft überschätzt. Nicht jede Lösung muss weltweit 1.000 Nutzer tragen. Wichtig ist, dass sie das Kernteam nahtlos unterstützt – genau dort, wo der Mehrwert entsteht. So wird KI für Kanzleien selbst entwickeln zu einem pragmatischen Weg, Lücken zu schließen, die Standardtools nicht adressieren. Zur Sicherheit gibt es erprobte Muster: automatisierte Scans, Dependency-Checks und sichere Deployments. Tools wie Semgrep und Houngdog unterstützen diesen Prozess. Wer KI für Kanzleien selbst entwickeln möchte, kann dadurch Sicherheit standardisieren und zentral verankern, statt sie jedes Mal neu zu erfinden.Vom No-Code-Spielplatz zum Code: Jamies Weg
Erste Experimente
Als Trainee kartierte Tso Fondsprospekte gegen regulatorische Anforderungen. Daraus entstand die Idee, Teile zu automatisieren. Er testete TensorFlow, PyTorch und BERT, arbeitete mit Freelance-Engineers und probierte Entity-Mapping. Damals scheiterte es noch an Reife und Tooling für den produktiven Einsatz.No-Code bei Clifford Chance
Die Wende kam mit internen Microsoft-Tools: Copilot Studio und Power Automate. Associates durften eigene, KI-gestützte Workflows bauen. Tso entwickelte Anwendungen, die sich intern rasch verbreiteten und vom Unternehmen übernommen wurden. Er bekam täglich Automationsanfragen aus verschiedenen Büros und lernte, Lösungen von 0 auf 1 zu bringen – gemeinsam mit globalen Teams.Der Schritt tiefer ins Engineering
No-Code stieß an Grenzen. Tso brachte sich Programmieren bei, arbeitete abends und am Wochenende weiter und teilte Fortschritte auf LinkedIn. So entstand ein Austausch mit anderen Buildern und eine Pipeline aus Ideen, die in nutzbare Tools mündeten.Open Source als Basisinfrastruktur
Viele KI-Funktionen in Legal-Tools ähneln sich. Tso plädiert deshalb für offene Bausteine. Das hat drei Effekte:Einsatz und Wartung: Was Kanzleien wissen sollten
Tso stellt seine Repos offen bereit. Einzelne Anwälte können vieles lokal sofort nutzen. Für den Kanzleiweiten Rollout braucht es meist Extras: Hosting, User-Management, Security, Support. Das ist machbar, aber verlangt Engineering-Sorgfalt. Seine Repos wurden bereits über 100-mal geforkt. Manche Teams nutzen sie Ende-zu-Ende, andere übernehmen nur Module als Bausteine. Bei eigenen Forks liegt die Wartung beim Team. Wenn viele ähnliche Wünsche auftauchen, entwickelt Tso das Hauptrepo weiter in Richtung produktionsreifer Features. Für Kanzleien bietet das eine klare Roadmap: klein starten, Nutzen beweisen, dann systematisch härten und ausrollen. Wer KI für Kanzleien selbst entwickeln will, sollte früh mit DevSecOps-Standards arbeiten, Logins und Datenflüsse definieren und ein leichtes Support-Modell aufsetzen.Strategische Perspektive: Bauen, Kaufen – oder beides?
Tso erwartet mehr Eigenbau dort, wo Workflows sehr speziell sind und der Markt zu klein für Vendoren ist. Zugleich fehlt noch das „Cursor für Lawyers“ – ein tägliches, offensichtliches Standardwerkzeug für die breite Nutzung. Bis dahin lohnt die Doppelstrategie: Kernplattformen einkaufen, Lücken selbst schließen.Blick nach vorn: Agent-Workflows und Vertragssimulation
Mehr Juristen werden ihr Wissen in agentenfähige Abläufe gießen: Playbooks, Checklisten, Verhandlungsmuster und interne Guidance als Skills, die Modelle wie Claude gezielt anwenden. Ein spannendes Feld ist Vertragssimulation. Tso zeigt Apps, die einen Vertrag „zum Leben bringen“: KI-Personas beider Parteien verhandeln Klauseln in Szenarien. So sehen Teams, wie sich die Vereinbarung verhält, entdecken Schwächen und beheben sie vor der Unterschrift. Er nennt das „synthetische Präzedenzfälle“. Für neuartige, riskante Deals ohne viele Vorlagen liefert Simulation einen Weg zur Risikomodellierung – und lenkt den Blick auf Outcomes statt nur auf Klauseltexte. Die Erfahrung, wie ein Vertrag spielt, wird zur eigentlichen UI/UX des Contractings. Zum Schluss bleibt ein klares Bild: Kleine, zielgenaue Anwendungen vor Ort, offene Bausteine und starke Sicherheitsmuster beschleunigen den Wandel. Wer heute KI für Kanzleien selbst entwickeln möchte, kann schneller lernen, besser anpassen und echten Mehrwert dort schaffen, wo Mandanten ihn spüren.(Source: https://www.artificiallawyer.com/2026/01/05/jamie-tso-interview-vibe-coding-your-own-legal-ai-tools/)
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