KI Neuigkeiten
17 März 2026
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Klage wegen Autorenimitation durch KI: Was tun?
Klage wegen Autorenimitation durch KI fordert Einwilligung, Transparenz und effektiven Namensschutz.
Was ist passiert?
Das Feature und die Kritik
Grammarly hat eine KI-Funktion abgeschaltet, die Schreibfeedback im Stil bekannter Autorinnen und Autoren gab. Darunter waren Namen wie Stephen King und der Wissenschaftler Carl Sagan. Die Funktion lief unter dem Namen Expert Review und wurde von Superhuman, dem Unternehmen hinter Grammarly, betrieben. Nach öffentlicher Kritik und Beschwerden von Betroffenen nahm Superhuman das Feature offline. Shishir Mehrotra, der Chef des Unternehmens, entschuldigte sich. Er sagte, die Agenten hätten Stimmen von Expertinnen und Experten falsch dargestellt. Die Vorschläge seien aus öffentlich verfügbaren Informationen über Drittanbieter-LLMs abgeleitet worden. Das Unternehmen will die Funktion neu denken.Opt-out reichte nicht
Zunächst bot Superhuman laut The Verge ein Opt-out per E-Mail an. Der Journalist Wes Fenlon nannte das „lächerlich unzureichend“. Aus seiner Sicht nährte das Produkt den Eindruck von echter Beratung und nutzte fremte Glaubwürdigkeit.Klage wegen Autorenimitation durch KI: Der Auslöser
Die Klägerin und ihr Vorwurf
Die Investigativjournalistin Julia Angwin führt eine Sammelklage vor einem Gericht im Southern District of New York gegen Superhuman und Grammarly an. Sie sagte der BBC, sie sei „schockiert“ gewesen, ihre berufliche Identität als Produkt vermarktet zu sehen. Sie hatte Deepfakes bisher mit Prominenten und Bildern verbunden – nicht mit der eigenen Editierarbeit. Die Klage wegen Autorenimitation durch KI richtet sich gegen die Nutzung ihres Namens und gegen falsche Zuschreibungen von Ratschlägen. Der Anwalt Peter Romer-Friedman erklärte, das Unternehmen habe Hunderte Identitäten verwendet, um ein Abomodell zu stärken. Innerhalb von 24 Stunden nach Einreichung hätten sich über 40 weitere Personen gemeldet. Die Klage wegen Autorenimitation durch KI behauptet die unerlaubte kommerzielle Nutzung von Namen ohne Einwilligung und will stoppen, dass Expertinnen und Experten Aussagen zugeschrieben werden, die sie nie gemacht haben.Schaden und Qualität
Im Verfahren ist ein Schadenswert von über 5 Millionen US-Dollar angegeben. Das ist laut Anwalt eine Mindestgrenze für die Zuständigkeit. Die tatsächliche Summe soll sich aus den Erlösen des Tools ergeben. Angwin kritisierte zudem die Qualität der KI-Ausgaben. Sie sprach von einem „Slopperganger“: Die angeblich in ihrem Namen vorgeschlagenen Änderungen machten Sätze schlechter und komplizierter.Rebranding, Nutzung und Unternehmensreaktion
Grammarly wurde 2009 gegründet und baute im August 2025 generative KI-Funktionen ein. Expert Review startete wohl zunächst ohne namentlich genannte Personas und bekam diese später. Seit Oktober firmiert das Unternehmen als Superhuman, während „Grammarly“ als Produktname blieb. Mehrotra sagte, Expert Review sei vor der Klage bereits für ein Redesign abgeschaltet worden und habe nur geringe Nutzung gehabt. Er bat um Entschuldigung und versprach eine bessere Zusammenarbeit mit echten Expertinnen und Experten. Zugleich hält Superhuman die rechtlichen Vorwürfe für unbegründet und will sich entschieden verteidigen.Was bedeutet das für Betroffene?
Drei Lehren aus dem Fall
– Transparenz prüfen: Suchen Sie nach Ihrem Namen in Tools, die „Personas“ oder „Expertenstimmen“ nutzen. Dokumentieren Sie Belege, etwa Screenshots. – Zustimmung einfordern: Wenn Ihr Name erscheint, widersprechen Sie. Ein bloßes Opt-out per E-Mail wurde in diesem Fall stark kritisiert. Der Anwalt der Klägerseite betonte, die Beweislast für Einwilligung dürfe nicht bei den Schreibenden liegen. – Rechtliche Schritte erwägen: Eine Sammelklage wegen Autorenimitation durch KI zeigt, dass unzulässige Namensnutzung angreifbar ist, wenn sie ohne Einwilligung zu kommerziellen Zwecken erfolgt.Für Anbieter
– Klare Einwilligungen einholen, bevor Namen realer Personen verwendet werden. – Keine Ratschläge unter fremdem Namen ausspielen. – Qualität sichern: Schlechte, fremdzugeordnete Vorschläge schaden Nutzerinnen und Nutzern – und dem Ruf.Ausblick
Superhuman will eine „bessere“ Einbindung von Expertinnen und Experten entwickeln. Das Unternehmen kündigte an, Nutzerinnen und Experten gleichermaßen zu berücksichtigen. Gleichzeitig will es die Klagevorwürfe abwehren. Wie gut das gelingt, hängt davon ab, ob künftige Lösungen echte Zustimmung und klare Attribution sichern. Am Ende steht eine klare Botschaft: Namen sind keine freie Ressource. Wo KI echte Personen zitiert oder nachahmt, braucht es Einwilligung, Sorgfalt und Qualität. Für Schreibende kann eine Klage wegen Autorenimitation durch KI der nötige Hebel sein, damit Plattformen Verantwortung übernehmen.(Source: https://www.bbc.com/news/articles/cx28v08jpe7o)
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