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22 Feb. 2026
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Epstein Dateien für Journalisten recherchieren: 7 Tipps
Epstein Dateien für Journalisten recherchieren: Eigene Datenbank, KI bedacht einsetzen und alles prüfen
Epstein Dateien für Journalisten recherchieren: Werkzeugkasten und Workflow
Eigene Datenbanken statt DOJ-Portal
Das offizielle DOJ-Portal ist öffentlich und grundsätzlich durchsuchbar, aber für Recherche-Teams schwer zu bedienen. Die BBC exportierte deshalb die Datensätze in eine eigene Datenbank und entwickelte eine interne Suche. Reportende setzen dort auf ungewöhnliche Schlüsselwörter statt generischer Begriffe, weil klassische Boolesche Operatoren fehlen.Pinpoint und Everlaw im Zusammenspiel
Beim Miami Herald laden Teams jedes Dokument herunter und speisen es in zwei Werkzeuge: Google Pinpoint (starke Texterkennung, Transkription, Suche) und Everlaw (stabile Sichtung wie im Legal-Discovery-Prozess). Die Redaktion baut auf die Erfahrung von Julie K. Brown, die 2018 die Epstein-Recherchen anstieß. Viele Kolleginnen und Kollegen behandeln den Datensatz als riesigen Record-Dump und suchen darin eigenständige Geschichten.Interne Systeme und KI mit Augenmaß
Der Guardian nutzt das interne System Giant für Upload, Filtersuche und Organisation. KI-Tools kommen punktuell zum Einsatz, aber mit Vorsicht: Sie können Kontexte falsch deuten und scheinbare Verbindungen überhöhen. Die New York Times entwickelte ein eigenes, fortgeschrittenes Suchsystem mit semantischer Suche und Labeln. Ingenieursteams sammelten Treffer aus dem DOJ-Portal in Tabellen, scannten Seiten im Millionenmaßstab und extrahierten Texte aus Bildern, Audio und Video. KI hilft beim Strukturieren, doch Menschen entscheiden, prüfen und gewichten. Wer die Epstein Dateien für Journalisten recherchieren will, braucht Technik – und genauso strenge Verifikation.Im Dunkeln finden: Von bekannten Namen zu unbekannten Mustern
Listen, Fragen, Begriffe
Teams bei der New York Times starteten mit rund 30 Namen und Kernfragen, gestützt auf frühere Berichte. Sie priorisierten Suchbegriffe im Vorfeld und suchten zunächst zu prominenten Personen nach neuen Details, die das Bild vertiefen oder verändern.Reporter in klaren Lanes
Der Guardian plante die Auswertung mit Strategiepapieren, definierte Ziele (zum Beispiel Namensvarianten, Adressen, Objektbezeichnungen) und teilte die Recherche auf. Die BBC ordnete nach Ressorts: Royals (u. a. der ehemalige Prinz Andrew), Money and Work (Businesskontakte, Transaktionen) und Politics (u. a. Peter Mandelson). Redaktionen, die die Epstein Dateien für Journalisten recherchieren, profitieren von klaren Zuständigkeiten und sauberer Übergabe zwischen Teams.Community-Power und OSINT
Das Epstein Files Transparency Act macht die Unterlagen auch der Öffentlichkeit zugänglich. Daraus entstanden nützliche Open-Web-Projekte: Jmail bildet Epsteins E-Mails im Gmail-Stil ab; Jikipedia erstellt durchsuchbare Dossiers; EpsteIn gleicht LinkedIn-Kontakte mit genannten Namen ab. Jmail meldete seit der jüngsten Tranche rund 25 Millionen Unique Visitors. Bellingcat moderiert auf Discord einen eigenen Kanal mit rund 40.000 Community-Mitgliedern. Klare Regeln gelten: keine Spekulation, kein Doxing, jede Angabe mit Quellenlink, kein Teilen von kindesmissbräuchlichem Material. Die Community sammelt wiederkehrende Namen und verortet Fotos. Manchmal entstehen daraus Recherchen – primär dient der Kanal jedoch dem Training von OSINT-Fähigkeiten. Auch Communities können die Epstein Dateien für Journalisten recherchieren, wenn sie Regeln befolgen und Belege liefern.Vom Hinweis zur Festnahme: Der Fall Andrew Mountbatten-Windsor
Ein wichtiger BBC-Hinweis kam von einer Hörerin, die die Akten selbst durchsuchte. Daraus entstand die Recherche, dass Andrew Mountbatten-Windsor (der ehemalige Prinz Andrew) als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente mit Epstein geteilt haben soll. Laut BBC wurde Andrew an seinem 66. Geburtstag wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch auf dem Anwesen Sandringham (Wood Farm) festgenommen. König Charles III. erklärte, der Rechtsweg müsse seinen Lauf nehmen. Die Tippgeberin suchte nach Initialen, Kurzformen und Ortsbezügen, um die relevante E-Mail zu finden – ein Beispiel dafür, wie akribische Muster-Suche wirkt, solange Redaktionen alles verifizieren.Fehlinformation erkennen und entkräften
Das Umfeld ist ideal für Desinformation: emotionales Material, enorme Reichweite, schwer zu prüfende Funde. Neben echten E-Mails kursieren manipulierte oder KI-generierte Inhalte. Die New York Times verweist auf Fehlinterpretationen und Fakes in sozialen Medien. Guardian-Teams verfolgen kursierende Screenshots bis zum Originaldokument, ordnen sie ein und prüfen, ob die Faktenlage für eine Veröffentlichung reicht. Wer über Kontakte zu Epstein berichtet, muss präzise sein: Welche Beziehung ist belegt? Was bleibt unklar? Juristische und redaktionelle Risiken sind hoch.Was jetzt zählt
Jede Behauptung braucht externe Bestätigung: etwa Fluglisten für Termine, unabhängige Quellen oder öffentliche Register. Das kostet Zeit. Viele Redaktionen betonen deshalb Sorgfalt vor Geschwindigkeit. Der Miami Herald will die Debatte weiterbringen, nicht bloß Wiederholungen liefern. Weil der Datensatz so groß ist, wird es eine lange Nachlaufkurve mit neuen Puzzlestücken geben. Am Ende gilt: Wenn wir die Epstein Dateien für Journalisten recherchieren, gewinnen saubere Prozesse – kluge Suche, klare Zuständigkeiten, offene, aber regelgeleitete Community-Arbeit und kompromisslose Verifikation.For more news: Click Here
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