KI Neuigkeiten
24 Nov. 2025
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Nutzerdaten für KI Training: Wie Sie Kontrolle behalten
Nutzerdaten für KI Training: Zugriffe prüfen, Berechtigungen entziehen und so Privatsphäre schützen.
Was stimmt – und was nicht: Öffentlich vs. privat
Viele Dienste trennen zwischen öffentlichen Inhalten und privaten Nachrichten. Öffentliche Posts, Kommentare und Reels können – je nach Plattform – in Datenpools fließen. Private Direktnachrichten werden laut Meta und LinkedIn nicht für Trainingsdaten genutzt. Bei Google gilt: Der Zugriff von Gemini‑Funktionen auf Inhalte wie Gmail, Drive oder Chat erfordert eine Zustimmung und lässt sich über Einstellungen steuern. Dennoch ist Vorsicht geboten: Auch öffentliche Erwähnungen einer Person ohne Account können von Meta erfasst werden, wenn sie in einem öffentlichen Beitrag vorkommen. Kurz: In vielen Fällen fließen Nutzerdaten für KI Training nur aus öffentlichen Inhalten oder nach Einwilligung – pauschal „alles“ stimmt nicht.Nutzerdaten für KI Training: So gehen die Plattformen vor
Meta: Personalisierung ja, private Nachrichten nein
Meta (Facebook, Instagram, Threads, WhatsApp) führt am 16. Dezember 2025 eine neue Richtlinie ein. Sie beschreibt vor allem, wie Interaktionen mit Meta AI Empfehlungen und Werbung beeinflussen. Beispiel: Wer mit dem Chatbot über Wandern spricht, sieht eher Gruppen und Produkte zum Thema. Das ist Personalisierung, nicht automatisch Training auf privaten DMs. Laut Meta werden private Nachrichten in Instagram, WhatsApp oder Messenger nicht zum Trainieren der KI genutzt. Öffentliche Inhalte können jedoch erfasst werden: Fotos, Posts, Kommentare oder Reels, die auf „öffentlich“ stehen. Wenn Nutzerinnen und Nutzer Meta AI mit Stimme nutzen, soll das Mikrofon nur mit Erlaubnis aktiv sein. Gespräche über sensible Themen wie Religion, sexuelle Orientierung oder Herkunft sollen nicht in Ads übersetzt werden. Wichtig: Meta räumt ein, Informationen über Nicht‑Nutzer aufzugreifen, wenn sie in öffentlichen Beiträgen anderer Personen erscheinen. Das kann Bildunterschriften oder Fotos betreffen. Und: Auch das Löschen eines Kontos schließt laut Meta nicht aus, dass frühere öffentliche Beiträge bereits in Datenpools eingeflossen sind. Meta nutzt somit in klar abgegrenztem Rahmen Nutzerdaten für KI Training aus öffentlichen Inhalten; private DMs bleiben nach Unternehmensangaben außen vor.Google: Gemini, Smart Features und Berechtigungen
Google hat am 5. November angekündigt, dass Gemini Deep Research Verbindungen zu Gmail, Drive und Chat herstellen kann. Dafür ist eine aktive Zustimmung nötig. Nutzer können wählen, welche Datenquellen angebunden werden. Zusätzlich sammelt Google Daten aus Interaktionen mit Gemini‑Apps (etwa Suchanfragen oder Datei‑Uploads) und, mit Erlaubnis, aus Diensten wie YouTube oder Spotify sowie aus Telefon‑ und Nachrichten‑Apps (Protokolldaten). Google gibt an, registrierte Nutzer unter 13 Jahren nicht für Training zu verwenden. In Gmail und Google Workspace sind in den USA „Smart Features“ standardmäßig aktiv. Sie erlauben Google, Inhalte und Aktivitätsdaten zu nutzen, um etwa E‑Mails vorzuschlagen oder Kalender‑Events zu erkennen. Mit kostenpflichtigen Add‑ons gibt es zusätzliche KI‑Funktionen wie Zusammenfassungen in der App. Wer Smart Features in Gmail deaktiviert, entzieht dem System diese Grundlage. Das betrifft jedoch nicht automatisch die Gemini‑App. Sie lässt sich separat nutzen – im Browser oder mobil – und kann bei Bedarf gezielt um Erlaubnis gefragt werden, zum Beispiel wenn Gemini eine E‑Mail zusammenfassen soll. Ein laufender Prozess in Kalifornien wirft Google vor, dass eine Änderung im Oktober Gemini standardmäßig Zugriff auf private Inhalte in Gmail, Chat und Meet gewähre und man dies nun aktiv deaktivieren müsse. Die Klage beruft sich auf das kalifornische Gesetz gegen heimliche Aufzeichnung. Das sind Vorwürfe; über deren Erfolg entscheidet das Gericht. Unabhängig davon gilt: Google nutzt, wenn zugelassen, auch hier Nutzerdaten für KI Training. Wer das nicht möchte, kann laut Google temporäre Chats verwenden oder ohne Anmeldung chatten, sodass keine Historie gespeichert wird.LinkedIn: Öffentliche Inhalte, Opt‑out möglich
LinkedIn (Microsoft) nutzt seit dem 3. November bestimmte Daten von US‑Mitgliedern, um Content‑erzeugende KI‑Modelle zu trainieren. Dazu zählen Profilangaben und öffentliche Posts. Private Nachrichten werden dafür nicht eingesetzt. Zusätzlich teilt LinkedIn Daten mit Microsoft für personalisierte Werbung: Profilinfos, Feed‑Aktivität und Anzeigen‑Interaktionen. Die Plattform setzt also gezielt Nutzerdaten für KI Training ein, jedoch mit einem Opt‑out.Opt‑out und Einstellungen im Überblick
Meta: Grenzen des Einflusses
Es gibt derzeit keine übergreifende Option, Meta AI in Facebook, Instagram oder Threads auszuschalten. Wer WhatsApp nutzt, kann die Meta‑AI‑Option pro Chat in den erweiterten Privatsphäre‑Einstellungen deaktivieren. Das muss allerdings für jeden Chat einzeln erfolgen. Ein kursierendes Formular, mit dem man angeblich „ausscheiden“ kann, dient nur dazu, Antworten von Meta AI zu melden, die persönliche Daten enthalten. Wichtig: Öffentliche Inhalte bleiben potenziell für Training nutzbar – unabhängig davon, ob das Konto noch existiert.Google: Smart Features und Gemini trennen
Wer nicht möchte, dass Gmail‑Inhalte zur Bereitstellung von KI‑Funktionen herangezogen werden, kann in Gmail/Workspace die Smart Features deaktivieren. Das beschränkt Funktionen wie Vorschläge oder automatische Ereigniserkennung. Für Gemini gilt: Zugriff auf Gmail, Drive, Chat oder andere Quellen nur erlauben, wenn es nötig ist. In der Praxis heißt das:LinkedIn: Training und Werbung abwählen
LinkedIn bietet beides: Opt‑out für KI‑Training und für personalisierte Werbung.Was Expertinnen und Experten betonen
Krystyna Sikora sagt, Tech‑Firmen sind bei Datennutzung oft nicht vollständig transparent. Das führt zu Verwirrung und befeuert Falschinformationen. Ihre Empfehlung ist pragmatisch: Die Nutzungsbedingungen lesen, weil dort steht, wie Daten genutzt und mit Dritten geteilt werden. David Evan Harris, AI‑Ethik‑Dozent an der University of California, Berkeley, weist auf die Rechtslage hin: In den USA gibt es keine einheitlichen, umfassenden Bundesregeln für Datenschutz und KI‑Training. Nutzerinnen und Nutzer haben daher kein standardisiertes Recht, sich aus Trainingspools herauszunehmen. Einige Länder, etwa die Schweiz, das Vereinigte Königreich und Südkorea, sind hier weiter. Selbst wenn Plattformen Opt‑outs anbieten, sind die Optionen oft schwer zu finden.Mythen aus den sozialen Medien – und die belegten Fakten
„Meta liest ab 16. Dezember jede DM und nutzt sie fürs Training“
Das stimmt so nicht. Die neue Meta‑Richtlinie steuert vor allem Empfehlungen und Werbung anhand der Interaktion mit Meta AI. Private Nachrichten in Instagram, WhatsApp und Messenger nutzt Meta laut eigenen Angaben nicht zum Trainieren. Öffentliche Inhalte können jedoch einfließen. Meta kann zudem Informationen über Personen ohne Konto erfassen, wenn sie in öffentlichen Posts erwähnt sind.„Google liest automatisch jede Gmail‑Nachricht und jeden Anhang“
So pauschal falsch. Gemini Deep Research kann Gmail, Drive und Chat anbinden, aber nach Zustimmung. Gmail‑Smart‑Features sind in den USA standardmäßig aktiv und nutzen Inhalte, um Funktionen zu liefern. Das lässt sich abschalten. Eine Klage in Kalifornien behauptet, eine Oktober‑Änderung habe Standardzugriffe für Gemini gesetzt; darüber ist noch nicht entschieden. Wer keinen Trainingsbeitrag leisten will, kann temporäre Chats nutzen oder ohne Anmeldung chatten.„LinkedIn trainiert auf privaten Nachrichten“
LinkedIn nutzt Profilangaben und öffentliche Posts für Content‑Modelle. Private Nachrichten fließen laut LinkedIn nicht in das Training. Es gibt einen Opt‑out für Trainingszwecke und getrennte Einstellungen für personalisierte Werbung.Rechtslage in den USA: Was bedeutet das für dich?
Die USA haben kein umfassendes, einheitliches Bundesgesetz, das die Datennutzung von Tech‑Firmen oder Opt‑out‑Rechte für KI‑Training klar regelt. Deshalb unterscheiden sich die Möglichkeiten je nach Plattform und Produkt. In einigen anderen Ländern bestehen standardisierte Rechte zum Widerspruch gegen Trainingsnutzung. Für US‑Nutzer heißt das: Einstellungen selbst prüfen, Einwilligungen bewusst vergeben, und auf Plattform‑Ankündigungen achten.Praktische Schritte: So schützt du deine Daten heute
1) Sichtbarkeit der eigenen Inhalte prüfen
2) Einwilligungen bewusst erteilen
3) Funktionen gezielt abschalten
4) Regeln lesen, Änderungen verfolgen
5) Sensible Themen nur bewusst teilen
6) Erwartungen an „KI in der App“ klären
Blick nach vorn
Die Entwicklung bewegt sich schnell. Neue KI‑Funktionen erscheinen in kurzen Abständen. Unternehmen passen Richtlinien und Standard‑Einstellungen an. Das erfordert Aufmerksamkeit. Prüfe regelmäßig deine Privatsphäre‑Menüs. Erteile App‑Berechtigungen sparsam. Entscheide, welche Inhalte du öffentlich teilst. Und behalte Medienberichte und offizielle Ankündigungen im Blick. So bleibst du handlungsfähig, auch wenn Rahmenbedingungen noch reifen. Wer heute informiert handelt, bestimmt selbst, welche Spuren die eigenen Nutzerdaten für KI Training hinterlassen. Das schützt deine Privatsphäre und macht dich unabhängig von Mythen und Alarmismus.(Source: https://www.kcra.com/article/tech-ai-data-privacy-meta-google-linkedin/69510603)
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