Insights Krypto Risiken von Stablecoins: Wie sie unser Geldsystem bedrohen
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19 Apr. 2026

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Risiken von Stablecoins: Wie sie unser Geldsystem bedrohen *

Risiken von Stablecoins benennen und verstehen, damit Politik und Anleger das Finanzsystem schützen.

Stablecoins sollen Digitalgeld stabil machen. Doch die Risiken von Stablecoins treffen das Finanzsystem direkt: Sie umgehen Banken, verschleiern Geldströme, locken Kriminelle an und drängen ohne staatliche Garantie in die Infrastruktur. Das zeigt ein neues Interview mit Ben McKenzie und verweist auf politische Entscheidungen, die die Verwundbarkeit erhöhen. Ben McKenzie ist vielen als Hauptdarsteller aus The O.C. bekannt. Inzwischen untersucht er in seinem Dokumentarfilm „Everyone Is Lying to You for Money“ die Kryptoindustrie. Im Gespräch mit Intelligencer zeichnet er nach, wie Politik und Lobbyarbeit die Branche wieder erstarken ließen — während sich die Schwachstellen an einer Stelle bündeln: bei Stablecoins. Sie sollen wertstabil sein, doch sie umgehen zentrale Kontrollen. Laut McKenzie verschiebt sich so Risiko aus der spekulativen Krypto-Ecke in den Kern des Geldsystems. Nach der Wahl 2024 setzte Präsident Trump auf Krypto. Laut McKenzie wurde die Krypto-Taskforce des Justizministeriums aufgelöst. Die SEC verlor Hunderte Juristinnen und Juristen. Und ein Gesetz namens „Genius Act“ erlaubte es Unternehmen, eigene Stablecoins auszugeben. Gleichzeitig florierte der Markt wieder. Das Geld floss zurück, während die öffentliche Debatte die Kehrseite vergaß: Wie viel „Stabilität“ steckt wirklich in Stablecoins — und wer trägt das Risiko?

Die größten Risiken von Stablecoins im Überblick

Stablecoins klingen nach Sicherheit. Doch die Risiken von Stablecoins liegen darin, dass sie wie Bargeld im Internet funktionieren, ohne klassische Aufsicht und ohne die „full faith and credit“ der USA. Genau das macht sie attraktiv für schnelle, grenzüberschreitende Transfers — und für Missbrauch.

Geldflüsse außerhalb des Bankensystems

McKenzie beschreibt Stablecoins als Instrument, um Regeln zu umgehen. Sie erlauben es Nutzern, Werte weltweit sofort zu versenden, ohne Bankkonto, ohne Bankfeiertage, ohne die Checks einer regulierten Infrastruktur. Diese Effizienz ist technisch beeindruckend, aber sie verschiebt die Kontrollpunkte weg von geprüften Stellen. So entsteht ein Schatten-Zahlungssystem auf Knopfdruck.

Kriminalität und Schein-Transparenz

Die Datenlage ist eindeutig: Ein Kryptoanalyse-Unternehmen, Chainalysis, schätzt, dass 2025 rund 154 Milliarden US-Dollar an krimineller Aktivität über Kryptowährungen liefen. Laut McKenzie entfiel ein Großteil davon auf Stablecoins — und häufig auf Tether. Reuters berichtete, Tether habe 42 Milliarden US-Dollar seines Stablecoins wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Straftaten eingefroren. Das zeigt: Stablecoins sind groß, schnell und im Ernstfall schwer zu kontrollieren. Die viel beschworene Transparenz von Blockchains hilft nur, wenn Aufsicht existiert, die handeln darf und kann.

„Stabiles“ Asset ohne Staatsgarantie

Ein Stablecoin verspricht in der Regel: 1 Token = 1 US-Dollar. Doch McKenzie weist darauf hin, dass diese Dollar-Versprechen nicht durch die „volle Glaubwürdigkeit und Kreditwürdigkeit“ eines Staates gedeckt sind. Sie beruhen auf Emittenten, die Reserven halten und verwalten sollen. Aus seiner Sicht „draften“ Stablecoins auf dem Vertrauen des echten Dollars — ohne dessen Absicherung. Wenn Vertrauen in Reserven fällt oder Abflüsse einsetzen, zeigt sich, wie „stabil“ die Bindung wirklich ist.

Einfallstor ins Bankensystem

Brisant wird es, wenn Stablecoins tiefer in das traditionelle System rücken. McKenzie warnt: Wenn „falsches“ Geld (privat emittierte Dollar-Versprechen) in „echtes“ Geld (staatlich gesicherte Einlagen) einsickert, verschwimmen Grenzen. Risiken wandern dorthin, wo der Steuerzahler am Ende oft haftet. Genau diese Durchmischung sei gefährlich, weil sie Schocks verstärken kann, wenn Vertrauenskrisen bei Emittenten ausbrechen.

Politische Verwundbarkeit und Lobbydruck

McKenzie verbindet die Marktdynamik mit Politik. Nach seiner Darstellung – wurde die Krypto-Taskforce des DoJ aufgelöst, – verlor die SEC Hunderte Fachleute, – und der „Genius Act“ öffnete Unternehmen den direkten Weg, eigene Stablecoins auszugeben. Parallel investiert die Branche massiv in Einfluss: Nach Angaben aus dem Interview plant die Industrie mindestens 200 Millionen US-Dollar an Wahlausgaben, nach 240 Millionen in der letzten Runde. Ein einzelner Senatswahlkampf in Ohio kostete 40 Millionen, um Sherrod Brown zu besiegen. Das Ergebnis: Regeln werden laxer, während Volumen und Tempo zunehmen. Die Risiken von Stablecoins steigen dadurch nicht wegen der Technik, sondern wegen politischer Anreize und schwächerer Kontrolle.

Von Spekulation zu Zahlungsinfrastruktur

Krypto erlebte 2022 einen Crash. Zugleich saßen prominente Akteure wie Sam Bankman-Fried und Alex Mashinsky später wegen Betrugs im Gefängnis. Dennoch folgte ein Comeback. McKenzie beobachtet eine Verlagerung: Weg vom wilden Handel mit Bitcoin & Co., hin zu Stablecoins als Transportmittel für Werte. Parallel suchten risikofreudige Anleger neue Spielplätze, etwa Polymarket und Kalshi. Er vergleicht das mit „Casino-Kapitalismus“: Nullsummenspiele, in denen Werbung die Nachfrage treibt und Verluste sozialisiert werden könnten. Was die Erzählung gefährlich macht: Wenn spekulative Logiken in Basisschichten der Zahlungsabwicklung wandern, ist nicht mehr nur ein Coin-Chart betroffen. Dann geht es um Liquidität, um Geldmärkte, um das Vertrauen in den „1:1“-Tausch zwischen Token und Fiat. Klemmt dieser Tausch, klemmt schnell mehr als ein Preis — dann klemmt Abwicklung.

Warum das „1:1“-Versprechen so sensibel ist

Vertrauen ist der Anker

Auch bei Bankeinlagen hält Vertrauen das System zusammen. Der Unterschied: Banken unterliegen strengen Kapital- und Liquiditätsregeln, Einlagen sind gedeckelt geschützt, Aufsicht greift ein. Bei Stablecoins hängt Stabilität am Emittenten — an Governance, Reservenqualität und der Fähigkeit, Rückgaben sofort zu bedienen. Diese Faktoren sind für Außenstehende schwer zu prüfen, und bei Stress zählt jede Stunde.

Datenpunkte aus dem Markt

– 34 Billionen US-Dollar Transaktionsvolumen mit Stablecoins im letzten Jahr zeigen, wie tief ihr Einsatz bereits reicht. – 154 Milliarden US-Dollar geschätzte kriminelle Aktivität über Krypto, größtenteils via Stablecoins, markieren einen klaren Missbrauchskanal. – Ein Emittent wie Tether meldete laut Reuters eingefrorene 42 Milliarden US-Dollar — ein Indiz, wie groß die Risikofläche geworden ist. Diese Größenordnungen sind kein theoretischer Aufsatz. Sie zeigen, dass es schon heute um Systemrelevanz gehen kann — ohne die Sicherungsnetze, die das Bankensystem nach der Finanzkrise aufgebaut hat.

Was Politik und Unternehmen jetzt bedenken sollten

Werbung eindämmen, Risiken benennen

McKenzie plädiert dafür, aggressive Werbung zu begrenzen — ähnlich wie bei Zigaretten oder Hochprozentigem. Der Gedanke dahinter: Wenn Produkte ein hohes Sucht- oder Schadenspotenzial besitzen, sollte die Ansprache an breite Publika zurückhaltend und klar geregelt sein. Das betrifft Kryptowetten genauso wie Stablecoin-Dienstleistungen, die sich an Endkunden richten.

Gleiche Funktionen, gleiche Regeln

Wenn Stablecoins wie Einlagen oder E-Geld funktionieren, dann sollten sie Mindeststandards erfüllen, die vergleichbar sind mit Bank- oder E‑Geld-Regeln: – klare, geprüfte Reserven mit hoher Liquidität, – tägliche Nachweise und unabhängige Prüfungen, – scharfe Geldwäschekontrollen und Sanktionsdurchsetzung, – geordnete Abwicklung für Krisenfälle. Das Interview legt nahe: Ohne solche Leitplanken wachsen die Risiken von Stablecoins schneller, als die Aufsicht reagieren kann.

Transparenz über politische Einflussnahme

Die in Aussicht gestellten dreistelligen Millionenbeträge für Wahlkämpfe zeigen, wie wichtig Transparenz ist. Wählerinnen und Wähler sollten wissen, wer Regeln formt, die direkt über die Stabilität des Geldes entscheiden. Das gilt für Republikaner wie Demokraten gleichermaßen. McKenzie kritisiert, dass Teile der Politik entweder „bequem, mitschuldig oder ängstlich“ agieren, wenn es um Krypto-Spenden geht.

Was das für Anleger und Unternehmen bedeutet

– Anleger sollten Stablecoins nicht mit staatlich gesichertem Bargeld verwechseln. Ein Dollar-Versprechen eines Emittenten ist nicht dasselbe wie ein Dollar auf einem gedeckten Bankkonto. – Unternehmen, die Stablecoins für Zahlungen nutzen, sollten Kontrahenten-, Abwicklungs- und Compliance-Risiken offen bilanzieren. Geschwindigkeit ersetzt keine Sorgfalt. – Entscheidungsträger müssen abwägen: Welche Funktionen von Stablecoins sind gesellschaftlich nützlich — und welche externalisieren Kosten auf Dritte? Am Ende steht eine einfache, unbequeme Frage, die McKenzie aufwirft: Wenn private Token „wie ein Dollar“ wirken, aber keine staatliche Rückendeckung haben, wie viel Risiko tragen wir alle, sobald diese Token in die alltägliche Zahlungsabwicklung einsickern? Je stärker Stablecoins ins System drängen, desto wichtiger ist es, die Risiken von Stablecoins klar zu definieren, zu begrenzen und öffentlich zu machen — bevor aus einem Techniktrend eine staatliche Aufgabe wird, die niemand geplant hat.

(Source: https://nymag.com/intelligencer/article/the-ocs-ben-mckenzie-says-bitcoin-is-lying-to-you-for-money.html)

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FAQ

Q: Was sind Stablecoins und warum werden sie genutzt? A: Stablecoins sollen Digitalgeld stabil machen und ermöglichen schnelle, grenzüberschreitende Transfers ohne Bankkonto; im Unterschied zu spekulativen Kryptowährungen wie Bitcoin sind sie auf einen stabilen Tauschwert angelegt. Die Risiken von Stablecoins liegen darin, dass ihre Dollar‑Versprechen meist von privaten Emittenten abhängen und nicht durch staatliche Garantie gesichert sind. Q: Welche Hauptgefahren identifiziert der Artikel im Zusammenhang mit Stablecoins? A: Der Artikel nennt unter anderem, dass Stablecoins Regeln des Bankensektors umgehen, Geldflüsse außerhalb geprüfter Stellen verschieben und dadurch Missbrauch und Transparenzprobleme begünstigen. Als Belege werden Marktgrößen und Vorfälle genannt, etwa Schätzungen von Chainalysis über rund 154 Milliarden US‑Dollar krimineller Aktivität und Berichte über bei Tether eingefrorene Mittel von 42 Milliarden US‑Dollar. Q: Wie können Stablecoins das traditionelle Bankensystem bedrohen? A: Wenn privat emittierte „Dollar‑Versprechen“ in die regulierte Infrastruktur einsickern, verschwimmen die Grenzen zwischen privatem Token und staatlich gedecktem Geld, sodass Risiken in das Kernsystem wandern. McKenzie warnt, dass diese Durchmischung Schocks verstärken und im Ernstfall Steuerzahler belasten kann. Q: Inwiefern tragen Stablecoins zur Kriminalität bei? A: Chainalysis schätzt, dass 2025 rund 154 Milliarden US‑Dollar an krimineller Aktivität über Kryptowährungen lief und ein großer Teil dieser Summe auf Stablecoins entfiel, wobei Tether ausdrücklich genannt wird. Blockchains schaffen nur dann echte Transparenz, wenn Aufsichtsbehörden handeln können; ohne wirksame Kontrolle bleiben Missbrauchswege offen. Q: Welche politischen Entscheidungen haben laut Artikel die Risiken von Stablecoins verstärkt? A: Nach Darstellung des Artikels wurde die Krypto‑Taskforce des Justizministeriums aufgelöst, die SEC verlor Hunderte Juristinnen und Juristen und ein Gesetz namens „Genius Act“ erlaubte Unternehmen, eigene Stablecoins auszugeben. Parallel investiert die Branche massiv in politischen Einfluss, was laut Text zu lockereren Regeln und damit höheren Risiken von Stablecoins geführt hat. Q: Welche Regulierungsmaßnahmen schlägt der Artikel vor, um Risiken von Stablecoins zu begrenzen? A: Der Artikel nennt Maßnahmen wie schärfere Werbebeschränkungen, vergleichbare Regeln für Funktionen von Bankeinlagen, klare und geprüfte Reserven sowie tägliche Nachweise und unabhängige Prüfungen. Zudem werden scharfe Geldwäschekontrollen und geordnete Abwicklungsmechanismen für Krisenfälle als notwendig bezeichnet. Q: Was sollten Anleger und Unternehmen beachten, wenn sie Stablecoins nutzen? A: Anleger sollten Stablecoins nicht mit staatlich gesichertem Bargeld verwechseln, da das 1:1‑Versprechen vom Emittenten und nicht vom Staat getragen wird. Unternehmen, die Stablecoins für Zahlungen einsetzen, sollten Kontrahenten‑, Abwicklungs‑ und Compliance‑Risiken offen bilanzieren und sicherstellen, dass Reserven und Prüfungen vorhanden sind. Q: Warum ist das „1:1“-Versprechen von Stablecoins so sensibel für das Finanzsystem? A: Dieses Versprechen beruht laut Artikel auf der Vertrauenswürdigkeit der Emittenten und nicht auf der „full faith and credit“ des Staates, sodass ein Vertrauensverlust die Bindung schnell lösen kann. Solche Brüche können Liquiditätsengpässe verursachen und Abwicklungsprozesse stören, weil der Tausch zwischen Token und Fiat dann nicht mehr reibungslos funktioniert.

* Die auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen stammen ausschließlich aus meinen persönlichen Erfahrungen, Recherchen und technischen Erkenntnissen. Diese Inhalte sind nicht als Anlageberatung oder Empfehlung zu verstehen. Jede Investitionsentscheidung muss auf der Grundlage einer eigenen, unabhängigen Prüfung getroffen werden.

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